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Hochwasserschutz Rückersdorf

Die Gemeinde Rückersdorf mit ca. 4.850 Einwohnern liegt östlich von Nürnberg im Landkreis Nürnberger Land im Regierungsbezirk Mittelfranken. Im Süden fließt die Pegnitz, ein Gewässer I. Ordnung, direkt an der Ortschaft vorbei. Bei einem hundertjährlichen Hochwasser (HQ100) der Pegnitz werden bebaute Flächen im südlichen Gemeindegebiet überflutet.

Auf Höhe des Flusskilometers 26 am in Fließrichtung rechten Ufer der Pegnitz befindet sich das Projektgebiet, in dem nun ein Hochwasserschutz für die Gemeinde Rückersdorf realisiert werden soll.
Zur Aufrechterhaltung eines möglichst hohen Abflussvermögens wird die Hochwasserschutzwand mit angegliedertem Schöpfwerk an einem Hangfuß errichtet und damit von der Pegnitz deutlich abgerückt.
Die Hochwasserschutzwand verläuft entlang des Ortsrands.

Lageplan mit Darstellung der Lage des Hochwasserschutzprojektes
Lageplan mit Darstellung der Lage des Hochwasserschutzprojekts

Fotos zum Bau

Abbildung 1: Baustart

Am 24.09.2025 fand der Baustart für das Hochwasserschutzvorhaben mit dem Bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber, Landrat Armin Kroder und der 2. Bürgermeisterin der Gemeinde Rückersdorf, Fr. Amm statt. Im Bild von links nach rechts Hr. Horndasch (WWA Nürnberg), Fr. Osgyan (MdL), Herr Müller (WWA Nürnberg), Hr. Locke (MdL), Hr. Scharnagl (Fa. Scharngl), Hr. Glauber (MdL, Bayerischer Umweltminister), Fr. Amm (2. Bürgermeisterin), Herr Kroder (Landrat Nürnberger Land).

Foto Baustart
Abbildung 2: Baustellenführung

Baustellenführung mit Erläuterungen zur Baustelle und der Hochwasserschutzanlage beim Baustarttermin.

Baustellenführung

Abbildung 3: Kanalprovisorium

Als Erstes muss ein Kanalprovisorium gebaut werden. Weil dort, wo der bestehende Entlastungskanal verläuft, das Schöpfwerk errichtet wird, muss der Kanal in diesem Teilstück abgerochen werden. Dafür wird eine neue Kanalleitung um die zukünftige Baugrube herumgeführt, so dass dessen Funktion auch während der Bauarbeiten sichergestellt ist.

bau Kanalprovisorium

Abbildung 4: Bauarbeiten am Kanalprovisorium

Bauarbeiten am Kanalprovisorium

Bauarbeiten am Kanalprovisorium

Abbildung 5: Bau einer Baugrubenwand

Nach den Kanalbauarbeiten können die Arbeiten an den Baugrubenwänden beginnen. Dafür werden ca. 12 m lange Spundbohlen in den Boden „einvibriert“. So entsteht eine vollständig umschlossene Baugrube. Diese Konstruktion muss wasserdicht ausgeführt werden, weil die Baugrube bis in das Grundwasser hineinreicht.

Bau einer Baugrubenwand

Abbildung 6: Errichtung einer Baustraße

Eine Baustraße wird errichtet, um die Arbeiten an der Hochwasserschutzwand südlich des Bauhofs zu ermöglichen.

Bau einer Baustraße

Abbildung 7: Baustraße östlich des Bauhofs

Errichtete Baustraße östlich des Bauhofs. Auch hier musste für die Erreichbarkeit des Baufeldes für die Dauer der Bauarbeiten eine Zufahrtsmöglichkeit geschaffen werden. Hier wird eine Hochwasserschutzwand errichtet. Nach Abschluss der Bauarbeiten werden alle Zuwegungen wieder vollständig zurück gebaut.

Baustraße östlich des Bauhofs

Abbildung 8: Spezialtiefbauarbeiten

Laufende Spezialtiefbauarbeiten zur Herstellung der Baugrubenwände. Von den ca. 12 m langen Dielen sind nur noch die obersten 50 cm über dem Gelände zu sehen.

Spezialtiefbauarbeiten

Abbildung 9: Gründung der Hochwasserschutzwand

Im Hintergrund ist ein Bohrgerät zu sehen. Es wird gerade vorbereitet, um die Gründung der Hochwasserschutzwand herzustellen. In einem Bauabschnitt wird die Hochwasserschutzwand platzsparend auf Verdrängungspfählen errichtet.

Gründung der Hochwasserschutzwand

Abbildung 10: Bau von Verdrängungspfählen zur Gründung der Hochwasserschutzwand

Bau der Verdrängungspfähle zur Gründung der Hochwasserschutzwand. Bis in eine Tiefe von ca. 5,5 m unter Gelände reichen diese Pfähle hinab.

Bau von Verdrängungspfählen zur Gründung der Hochwasserschutzwand

Abbildung 11: Vorbereitung Erdarbeiten

Vorbereitende Erdarbeiten für die Herstellung der Hochwasserschutzwand.

Vorbereitung Erdarbeiten

Abbildung 12: Bauwasserhaltung

Vor dem Aushub der Baugrube für das Schöpfwerk wird eine Bauwasserhaltung in Betrieb genommen. Dabei wird der Grundwasserspiegel innerhalb der Baugrube abgesenkt, so dass die Bauarbeiten in trockenen Verhältnissen durchgeführt werden können. Das über Brunnen abgepumpte Grundwasser wird über Schlauchleitungen den beiden gelben Containern zugeführt und in die naheliegende Pegnitz abgeschlagen.

Bauwasserhaltung

Abbildung 13: Betonarbeiten

Betonarbeiten an den Verdrängungspfählen laufen an. Das Foto zeigt die Sauberkeitsschicht, eine ausgehärtete Betonschicht, auf der nun die Hochwasserschutzmauer in Stahlbetonbauweise errichtet werden kann.

Betonarbeiten

Abbildung 14: Aushubarbeiten innerhalb der Baugrubenwände

Noch laufende Aushubarbeiten innerhalb der Baugrubenwände in einer Tiefe von etwa 5 m unter Gelände. Der Bestandskanal mit Schachtbauwerk wurde bereits abgebrochen und entfernt. Es wurde bei den Arbeiten auch bindiger, nicht tragfähiger Boden angetroffen, der ausgetauscht werden musste. Reste davon sind noch im hinteren Bereich des Fotos vorhanden, dieser Boden ist dunkelgrau.

Aushubarbeiten innerhalb der Baugrubenwände

Abbildung 15: Fundament Schöpfwerk

Der Bodenaushub in der Baugrube ist erfolgt und die Sohle ist hergestellt worden. Es wurde bereits eine Sauberkeitsschicht eingebaut, auf der nun mit den Schal- und Bewehrungsarbeiten begonnen werden kann. Danach wird die Bodenplatte des Schöpfwerks betoniert. Damit die Arbeiten überhaupt im Trockenen erfolgen können, wurde das Grundwasser abgesenkt. Sonst würde das Grundwasser etwa 1,5 m hoch in der Baugrube stehen.

Fundament Schöpfwerk

Abbildung 16: Fundament der Hochwasserschutzwand

Dort, wo auf Bild 10 „nur“ Stahlprofile aus dem Boden ragten, verläuft nun das Streifenfundament entlang der südlichen Seite des Bauhofs. Bei den nach oben herausragenden Bewehrungsstäbe handelt es sich um die Anschlussbewehrung für die Wandelemente in Fertigteilbauweise.

Fundament der Hochwasserschutzwand

Abbildung 17: Sporn

Zur Sicherstellung der Standsicherheit der Hochwasserschutzwand wurde an der östlichen Seite des Bauhofs eine Verstärkung des Fundaments vorgesehen.

Sporn

Abbildung 18: Bewehren der Hochwasserschutzwand

Nach den vorbereitenden Maßnahmen werden die Fundamente der Hochwasserschutzwand errichtet. Hier sind Bewehrungsarbeiten auf dem Foto zu sehen.

Bewehren der Hochwasserschutzwand

Abbildung 19: Attika Abdeckung

Zur Bemusterung hat die Baufirma ein Modell der Attikaabdeckung vorbereitet.

Attika Abdeckung

Abbildung 20: Betonieren der Wände des Schöpfwerks

Das Schöpfwerk verfügt über unterschiedliche Gründungstiefen. Die unterste Bodenplatte wurde hergestellt. Das Planum für die nächste Bodenplatte wird gerade auf der rechten Bildhälfte hergestellt. Gelbe Striche markieren die Abmessungen dieses Bauteils.

Betonieren der Wände des Schöpfwerks

Abbildung 21: Verbindungsstück

Das Verbindungsstück zwischen der östlichen und südlichen Hochwasserschutzwand wurde bewehrt und geschalt.

Verbindungsstück

Abbildung 22: Elementwände

Fertigteilwandelemente werden an einem Bagger hängend auf das Fundament gesetzt, ausgerichtet und für die Betonage vorbereitet. Um sie auszurichten werden Stahlstützen verwendet.

Elementwände
Abbildung 23: Schöpfwerk

Die Außenwände des Schöpfwerks wurden bewehrt und bereits eingeschalt. Im nächsten Arbeitsschritt werden die Wände betoniert.

Schöpfwerk
Abbildung 24: Innenwände Schöpfwerk

Die Innenwände des Schöpfwerks werden gefertigt. Der Arbeitsraum zwischen Schöpfwerk und Baugrubenverbau wurde teilweise verfüllt.

Innenwände Schöpfwerk
Abbildung 25: Hochwasserschutzwand

Fertigteilwände werden am nördlichen Ende der Hochwasserschutzwand aufgestellt, ausgerichtet und für Betonarbeiten vorbereitet. Die Drainagerohre wurden bereits verteilt und müssen noch zu einer Leitung zusammengebaut werden.

Hochwasserschutzwand
Abbildung 26: Übersicht

Überblick über die Baustelle (von der Pegnitzbrücke aus aufgenommen).

Übersicht

Abbildung 27: Einheben Betriebsgebäude

Einheben des Betriebsgebäudes. Das Bauwerk wurde vorgefertigt auf einem Tieflader auf die Baustelle geliefert, wo ein Mobilkran den Hub übernimmt.

Einheben Betriebsgebäude

Abbildung 28: Erdarbeiten

Das Foto zeigt Erdarbeiten vor der Hochwasserschutzwand. Hinter der Wand wird die Baugrube verfüllt und die Oberfläche hergestellt. Im Bild links wird nach der Verfüllung des Arbeitsraums um den Schöpfwerkrohbau der Baugrubenverbau zurück gebaut, um danach den Bestandskanal wieder an das Schöpfwerk anschließen zu können.

Erdarbeiten

Abbildung 29: Wegebauarbeiten

Wegebauarbeiten zur Herstellung eines Unterhaltungswegs entlang der Wand.

Wegebauarbeiten

Abbildung 30: Bau der Hochwasserschutzwände

Das Schöpfwerk liegt unter der Erde. In diesem Bauzustand ist nur noch die Deckenplatte zu sehen. Die Hochwasserschutzwände, wieder gefertigt mit Fertigteilen, werden aufgestellt. Nur der Abschnitt der Wand, der über das Schöpfwerk verläuft, wird in Ortbetonbauweise hergestellt. Siehe dazu auch Abbildung 32.

Bau der Hochwasserschutzwände

Abbildung 31: Anarbeitung an die Hochwasserschutzwand

Am nördlichen Ende der Hochwasserschutzwand wurde das Gelände angearbeitet.

Anarbeitung an die Hochwasserschutzwand

Abbildung 32: Betonarbeiten

Die Betonarbeiten werden an dem kurzen, über das Schöpfwerk verlaufendem Wandabschnitt, vorbereitet. Es handelt sich um das letzte Teilstück der Hochwasserschutzwand. Die dunklen Schalelemente weisen den Arbeitsbereich deutlich aus

Betonarbeiten


Konzept und Planung

Projekt-Information

  • Gewässer: Pegnitz, Gewässer I. Ordnung
  • Bemessungsabfluss HQ100 +Klimazuschlag 15%: 253 m³/s
  • Baudurchführung: in Bearbeitung
  • Durchführung der Vergabe: abgeschlossen
  • Ausführungsplanung: abgeschlossen
  • Vorbereitung der Vergabe: abgeschlossen
  • Baugenehmigung: erteilt
  • Vorentwurfsplanung und Entwurfsplanung: abgeschlossen
  • Stand: August 2025

Die Ausarbeitung einer Basisstudie führte zu ersten Überlegungen, das von Pegnitzhochwasser betroffene Gemeindegebiet durch bauliche Maßnahmen zu schützen. Ein Planungsvorhaben wurde nach Abschätzung des Schadenspotentials und einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung durch das Wasserwirtschaftsamt Nürnberg initiiert, um konkrete Schutzmaßnahmen zu erarbeiten.

Die daraufhin aufgenommenen, weitaus detaillierteren Vorentwurfsplanungen und die später abgeschlossene Entwurfsplanung zeigten im Ergebnis weitere Defizite, wie etwa mögliche Rückstauerscheinungen in das Kanalnetz. Die Hochwasserführung der Pegnitz kann bei gleichzeitigen Starkregenfällen auf Gemeindegebiet in den Kanal zurückstauen, so dass die hydraulische Leistungsfähigkeit des Kanals signifikant sinkt.
Solche Umweltbedingungen mussten erfasst und planerisch gelöst wie auch rechtlich behandelt werden.

Bei dem konkreten Bemessungsereignis können die folgenden Anlagenbestandteile Schutz vor Überflutungen bieten:

Zum Schutz vor Überflutungen bis zum Bemessungsereignis sollen folgende Anlagen errichtet werden:

  • Hochwasserschutzwand mit Sickerwasserdränage und Unterhaltungsweg um Ausuferungen der Pegnitz zu begegnen
  • Schöpfwerk zur Verhinderung eines Hochwasserrückstaus in den gemeindlichen Mischwasserkanal und zur sicheren Ableitung von Mischwasser in die Pegnitz

Hochwasserschutzwand

Die zukünftige Hochwasserschutzwand weist eine Länge von ca. 292 m auf, sie wird in Stahlbetonweise ausgeführt. Komplizierte Baugrundverhältnisse und die Nähe zu Bestandsgebäuden machen es notwendig, die Wand entweder als Winkelstützwand auszuführen oder platzsparend auf Stahlträgern zu gründen.
Ihre Höhe richtet sich nach dem Bemessungswasserstand.

Ein normalerweise zur Bauwerksunterhaltung verwendeter und falls erforderlich bei Hochwasserführung auch zur Verteidigung angelegter Weg wird schutzseitig entlang der Wand verlaufen.
Für die Öffentlichkeit ist er nicht zugänglich.

Damit im Hochwasserfall ein möglicher Anstieg des Grundwasserspiegels bis über die Geländekante verhindert werden kann, ist eine Sickerwasserdrainage geplant, sie wird an das Schöpfwerk angeschlossen.

Schöpfwerk

Das Schöpfwerk wird als unterirdisches Bauwerk mit mehreren Kammern in Stahlbetonbauweise und drei Rohrschachtpumpen (Förderleistung von je 850 l/s) am bestehenden Kanal angeordnet. Es ist 8,50 m lang und ca. 8,66 bis 10,95 m breit. Die Sohle des Pumpwerks liegt bis zu 6 m unter Gelände. Durch Schütztafeln kann der Rückstau aus der Pegnitz in den Kanal unterbunden und mit den Pumpen und mehreren Kammern das Kanalwasser in die Pegnitz gepumpt werden.

Weiterhin entsteht ein kleines Gebäude zur Unterbringung elektrischer Anlagen, Schaltschränken zur Pumpen- und Schiebersteuerung und als Lagerort für notwendige Werkzeuge und Schutzausrüstung im Einsatzfall. Für den Fall eines Stromausfalls des örtlichen Versorgungsnetzes wird ein Notstromaggregat die Anlagenfunktion garantieren.

Verfahrensstand

Es werden gerade die Vorbereitungen für die bauliche Umsetzung der Hochwasserschutzanlage getroffen. Im September 2025 wird die Baustelle eingerichtet und nach vorbereitenden Arbeiten mit dem Bau von Hochwasserschutzwand und Schöpfwerk begonnen.

Für den Bau der Hochwasserschutzwand erfolgt ein Bodenaushub bis Gründungstiefe.
Danach wird die Hochwasserschutzwand errichtet.
In weiten Streckenabschnitten handelt es sich um eine Winkelstützwand mit vorgesetztem Sporn.
Auf dem nachfolgenden Querschnitt ist diese Konstruktion abgebildet.

Querschnitt der Hochwasserschutzwand

Nach dem Bau der Wand erfolgt die Verfüllung der Baugrube. Dabei wird auch eine Drainage gebaut.
Sie ist notwendig, um im Hochwasserfall, bei dem die Pegnitz direkt an der Wand ansteht, und durch diesen Wasserdruck Pegnitzwasser unter der Wand versickern könnte, gezielt durch die Drainage aufgenommen wird und abgeleitet wird.
Wasserseitig erfolgt eine kleine Anschüttung, schutzseitig wird ein Unterhaltungsweg errichtet. Der Weg wird den Zugang zur Hochwasserschutzwand sicherstellen, um sie in den nächsten Jahrzehnten zu kontrollieren und zu warten. Im Hochwasserfall können die Wasserstände kontrolliert werden. Bei einem extremen Hochwasserereignis, das über dem Bemessungshochwasser liegt, könnte die Hochwasserschutzwand überströmt werden. Bei dieser Art der Ausführung ist das ohne Schäden an der Wand möglich.

Der Schöpfwerkbau wird in zwei Phasen ablaufen.
Um das unter der Geländeoberfläche liegende Schöpfwerk zu bauen, muss zunächst in Phase 1 ein Kanalprovisorium geschaffen werden. Es muss sichergestellt sein, dass die Funktion des vorhandenen Kanals bauzeitlich aufrechterhalten wird. Danach muss ein Spundwandkasten mit zusätzlichen Aussteifungen gebaut werden. Erst danach kann mit den Aushubarbeiten begonnen werden. Zu diesem Zeitpunkt wird mit der Bauwasserhaltung begonnen.

Das Schöpfwerk wird in Ortbetonweise errichtet. Mit der Fertigstellung besteht die Möglichkeit die Arbeitsräume wieder zu verfüllen, auch den Spundwandkasten auszubauen und die Kanaltrasse an das Schöpfwerk anzuschließen.
Wenn die Rohbauarbeiten abgeschlossen wurden, beginnt die Phase 2.
Es werden die Stahlbauteile wie Schieber zur Absperrung des in das Kanalsystems eindringenden Pegnitzhochwassers installiert. Auch dienen sie der Regulierung des Kanalwassers hin zu den Pumpen.
Sie sorgen dafür, dass bis zu 1.700 l Kanalwasser reguliert abgeleitet werden können. Denn für den Fall, dass ein Starkregenereignis im Gemeindegebiet Rückersdorfs und die Pegnitz Hochwasser führt, können bislang Rückstauerscheinungen im Kanalnetz auftreten.
Um die unterschiedlichen Szenarien abarbeiten zu können, werden im Schöpfwerk Messgeräte und eine Steuerung installiert. Damit das Schöpfwerk auch bei einem flächendeckenden Stromausfall funktioniert, dient eine Netzersatzanlage, es wird also ein stationäres Notstromaggregat angeschlossen.

Es soll an dieser Stelle in unregelmäßigen Abständen über den Fortschritt der Arbeiten informiert werden.


Planungsanlass und Hochwassersituation

Für die Ermittlung des Überschwemmungsgebietes der Pegnitz wurde eine zweidimensionale hydraulische Berechnung durchgeführt. Aus dieser Berechnung geht hervor, dass bei Abfluss eines 100-jährlichen Hochwasserereignisses (HQ100) an das Gewässer angrenzende Siedlungsflächen überschwemmt werden.

Übersichtslageplan mit Darstellung der vom Hochwasser betroffenen Siedlungsbereiche Übersichtslageplan mit Darstellung der vom Hochwasser betroffenen Siedlungsbereiche

Bis zur Inbetriebnahme der Hochwasserschutzanlage werden in Rückersdorf die an der Pegnitz liegenden Siedlungsbereiche noch von größeren Hochwasserereignissen bedroht. Das Hochwasser bricht in einem solchen Fall oberhalb der Straßenbrücke der Ortsverbindungsstraße Rückersdorf/Röthenbach a. d. Pegnitz (St 2405) aus, überschwemmt Wohnbebauungen, den gemeindlichen Bauhof mit angegliederter Wertstoffsammelstation, das Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr Rückersdorf mit Gerätehaus sowie Gewerbebetriebe und fließt unterhalb der Straßenbrücke wieder zurück in die Pegnitz.

Pegnitzhochwasser 1988, Blick in südwestliche Richtung zum Bahnhof Pegnitzhochwasser 1988
Hochwasserabfluss mit einer Spitze von 99,4 m³/s am 25.03.1988 Hochwasserabfluss 1988
Pegnitzhochwasser 1995, Blick vom Spielplatz Richtung Westen Pegnitzhochwasser 1995
Hochwasserabfluss mit einer Spitze von 128 m³/s am 26.01.1995 Hochwasserabfluss 1995
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